Töchter narzisstischer Mütter

Gaslighting

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Gaslighting bzw. "Begasleuchten" ist eine Form von psychologischem Missbrauch, bei der der Missbraucher seinem Opfer falsche Informationen gibt , so dass dieses die eigene Wahrnehmung in Frage stellt. Gaslighting ist eine der heimtückischsten und gemeinsten Formen emotionalen Missbrauchs.

Der Begriff „gaslighting“ - eingedeutscht “begasleuchten”- geht auf ein psychologisches Prinzip zurück, welches seinen Namen von dem amerikanischen Theaterstück (später auch Film) “Gas Light” bzw. “Angel Street” - im Deutschen “Das Haus der Lady Alquist” erhielt.

Im Stück versucht ein Mann seine Frau durch geschicktes Manipulieren kleiner Gegenstände in ihrer Umgebung in den Wahnsinn zu treiben. Er besteht dabei immer wieder darauf, dass sie sich nicht erinnert, sich irrt und einen Fehler macht, wenn sie ihn auf etwaige Unterschiede aufmerksam macht. Der Film erhielt seinen Titel aufgrund einer Szene, in der der Ehemann die Gaslampen im Raum unbemerkt ein wenig dimmt und seiner Frau einredet, das Licht im Raum habe sich nicht geändert, und es sei ihre Einbildung, die ihr einen Streich spiele.

“Gaslighting“ ist eine der gemeinsten, heimtückischsten und wirksamsten Formen emotionalen Missbrauchs.
Es treibt einen förmlich in den Wahnsinn, wenn die eigene Wahrnehmung ständig von der Mutter abgestritten und in Frage gestellt wird. Besonders schlimm ist es deswegen, weil es durch die eigene Mutter geschieht, durch die Person, die einem eigentlich Sicherheit geben sollte und zu der man aufschaut. „Gaslighting“ lässt dich dein Vertrauen in deine eigenen Sinne, deine Erinnerung und deine Umgebung verlieren. Es bringt dich durcheinander, verunsichert dich und ist ein Auslöser für Depressionen.
Diese Taktik wird häufig von Menschen mit NPS, Psychopathie und Soziopathie eingesetzt.


Gaslighting kann auf viele verschiedene Arten angewendet werden:

 

Gaslighting ist besonders dann höchst wirksam, wenn die narzisstische Mutter es einsetzt, um der Entdeckung ihres Missbrauchs zu entgehen. Während sie ihre Kinder an deren eigener Wahrnehmung zweifeln lässt, indem sie Kommentare wie „Wir wissen ja beide, dass du gewöhnlich überempfindlich reagierst!” oder „Hast du aber eine lebhafte Fantasie!” fallen lässt, nutzt sie diese Methode auch gegenüber außenstehenden Personen.

Sie wird hierbei Verleumdungen und Geschichten konstruieren, die sie anderen erzählen kann, noch bevor die Tochter die Möglichkeit hat, von ihrem Missbrauch zu berichten. Die Glaubwürdigkeit der Tochter wird dadurch massiv reduziert, und oft erfährt sie Reaktionen wie: „Ach, das hat mir deine Mutter schon erzählt.”
Narzisstische Mütter haben Manipulation und Intrige meist ihr ganzes Leben lang praktiziert und ein Gespür dafür, wie sie unbemerkt auf zerstörerische Weise an narzisstische Zufuhr gelangen können. Sprechen Töchter vor anderen Menschen von unfairer Behandlung oder Schikane, wird die Mutter schnell eine „rationale” Erklärung bereit halten und die Tochter zu einem späteren Zeitpunkt und scheinbar ohne erkennbaren Zusammenhang für ihr Vergehen bestrafen. Sie wird dabei sorgsam darauf achten, dass nur die Tochter die Bestrafung auch als solche erkennt, für alle anderen wird es vollkommen aus der Luft gegriffen erscheinen, dass eine Verbindung zwischen beiden Situationen bestehen könnte.

Es kommt nicht selten vor, dass narzisstische Mütter verbreiten, ihre Tochter habe eine psychische Störung, sei psychotisch, schizophren oder gar gefährlich, wenn diese den Kontakt mit ihr reduziert oder abbricht. Sie arbeitet daran, den Ruf der Tochter zu zerstören und die Menschen ihrer Umgebung von ihrem märtyrerhaften Hingabe und Sorge zu überzeugen.
Kinder, die den Missbrauch erkennen und versuchen, sich davon zu befreien, sind meist in der Rolle des Sündenbocks aufgewachsen und wurden häufig bereits seit ihrer Jugend und Kindheit als „Problemkind” abgestempelt. Da narzisstische Mütter oft grenzüberschreitend agieren und ihre Rolle als aufopfernde Mutter vor Menschen in ihrer Umgebung zelebrieren, haben diese Menschen nicht selten bereits von den „Problemen” der Tochter und der „hilflosen Verzweiflung” der Mutter gehört.
Da die Thematik der narzisstischen Persönlichkeitsstörung an sich bereits kompliziert und vielschichtig ist und nicht in kurzen Sätzen erklärt werden kann, ist es für Opfer von narzisstischem Missbrauch höchst schwierig, sich zu erklären und gehört zu werden.

Die Frage, ob dies bewusste Handlungen sind, kann wahrscheinlich nur ein narzisstischer Mensch selbst beantworten. Abzustreiten, dass etwas je passiert ist, könnte bewusst geschehen, aber auch unbewusst von ihr ausgeblockt werden. Wer erinnert sich schon gern an grausame Dinge, die er getan hat? Wahrscheinlich handelt es sich jedoch um eine Kombination aus willentlicher Manipulation und unbewusster Verdrängung.

Wie so viele der Arten von „Missbrauch“, der durch eine narzisstische Mutter verübt wird, ist auch gaslighting bestreitbar und schwer zu beweisen. Die Chance, dass einem Kind geglaubt wird und nicht der Mutter, ist auch hier gering.

 

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