Triangulierung

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Triangulierung ist eine in dysfunktionalen Familien vorkommende Kommunikationsstruktur, bei der die Kommunikation durch die Mutter stattfindet und nicht von den Familienmitgliedern untereinander gestaltet wird. Die narzisstische Mutter kontrolliert somit wer welche Informationen erhält und steht dadurch im Zentrum der Familie.

Triangulierung ist eine der am häufigsten vorkommenden Kommunikationsstrukturen in Familien mit narzisstischen Eltern. Die Kommunikation zwischen zwei Parteien wird im Fall einer narzisstischen Mutter auch durch diese geregelt. Beispielsweise stehen die Kinder nur durch die Mutter in Beziehung zueinander. Die Mutter genießt hierbei ein großes Machtpotential und regelt den Fluss der Informationen und die Möglichkeit, diese zu beeinflussen. Sie versucht Informationen über das eine Kind, von ihr gefärbt, an das andere weiterzuleiten und dieses somit zu beeinflussen. Familienmitglieder kommunizieren auf diese Art nicht miteinander sondern übereinander, was Passiv-Aggressivität erhöht und Spannungen und Disharmonie fördert. Sprechen die Familienmitglieder dann direkt miteinander, wird auf die Information, die durch die Mutter weitergegeben wurde, aufgebaut, was häufig Missgunst, Wut, Eifersucht und Neid mit sich bringt. Der Austausch innerhalb der Familie wird hierbei massiv gestört und durcheinander gebracht.

Die narzisstische Mutter profitiert davon durch die großen Menge Aufmerksamkeit und narzisstischer Zufuhr; jeder steht in Verbindung zu ihr, statt zu den anderen Familienmitgliedern. Sie hat Kontrolle über Informationen und Emotionen.

Kinder in solchen Familienstrukturen leiden bereits unter der emotionalen Kälte des narzisstischen Elternteils oder der Eltern und verlieren durch Polarisierung in „goldenes“ Kind und Sündenbock sowie durch Triangulierung die Verbindung zueinander und somit die Möglichkeit, sich emotional verbunden zu fühlen. Oft sind diese Geschwisterbeziehungen so stark geschwächt und manipuliert, dass sie auch im Erwachsenenalter irreparabel sind.

Ein weiteres Beispiel ist die Triangulierung zwischen Kind und Vater. Wie es auch bei Scheidungen vorkommen kann, kann die Mutter sich zwischen beide stellen und ein gestörtes Verhalten fördern oder gar erschaffen. Sie redet schlecht über den jeweils anderen, dichtet Situationen, Ursachen oder Aussagen um und ist daran interessiert, der primäre Kontakt beider zu sein. Wie auch beim Geschwister werden Informationen falsch oder gar nicht weitergegeben. Besonders häufig kommt es dann vor, wenn der Vater beispielsweise arbeitsbedingt längere Zeiten nicht zu Hause ist, oft reisen muss, lange Arbeitszeiten hat oder aus anderen Gründen wenig in Erscheinung tritt.

Triangulierung kann sich mehr oder weniger unbemerkt in eine Familiendynamik einschleichen und etablieren. Sie ist von außen in der Regel nicht zu erkennen.